Spitza's irre Welt


Einführung

 

Dieser Podcast richtet sich an Menschen, die mutig gesellschaftliche Muster hinter sich lassen und ihre echten Bedürfnisse spüren. In Spitza’s irre Welt tauche ich tief ein in das, was es bedeutet, bei sich selbst anzukommen, die innere und irre Welt ehrlich wahrzunehmen, Gefühle zu akzeptieren – auch wenn es weh tut – und im Hier und Jetzt lebendig zu sein. Es geht um achtsamen Umgang, liebevolle Selbstkenntnis und Offenheit fürs Staunen. Themen: Wahrnehmung, Gefühlswelt, Ungleichheit, Kommunikation, Ziele, Konflikte, Selbstanalyse, Selbsterkenntnis, Gesundheit, Leadership, Teamarbeit.

Ich starte diesen Podcast, um Bewusstsein für die Dinge zu schaffen, die uns im Alltag begegnen. Ich will dem Gelaber widersprechen, dass wir immer gut gelaunt sein, positiv denken oder unsere Bedürfnisse unterdrücken müssen. Wir hinterfragen, ob wir wirklich so handeln, wie wir wollen, oder ob es uns von außen aufgezwungen wird. Wir schaffen Bewusstsein. Meine Intention ist, über Dinge zu reden, die uns belasten, sowohl unbewusst als auch bewusst, damit wir sie besser wahrnehmen und verstehen.
Wahre Erzählungen aus dem echten Leben: Erlebnisse, die nerven, stören oder guttun. Ein Umgang damit, wenn sich etwas in uns bewegt – aus Business- wie privaten Kontexten.

 

Folge 1

Wenn sich etwas nicht gut anfühlt

In der ersten Folge spreche ich aus persönlicher Erfahrung im Gespräch, als ich eine Ablehnung merkte, welche in mir ein ungutes Gefühl des Nichtgehörwerdens auslöste. Es bewegt sich etwas im Magen, ein Druck, ein Schmerz, eine Schwere in den Schultern; ich fühlte mich insgesamt nicht verstanden.
Es geht um das Erkennen und Anerkennen der eigenen Gefühlswelt. Was passiert in uns – wo spüren wir es? Wie nehmen wir es wahr, und was stört uns eigentlich? Wie gehen wir damit um, zunächst mit uns selbst, und dürfen Gefühle auch mal schlecht sein?

 


Folge 2

Die Interaktion mit der beteiligten Person, bei der wir dieses unangenehme Gefühl haben

In dieser Folge geht es um eine junge Dame, die vor einem Konflikt steht – mit sich selbst. Sie ist über ihr eigenes Gefühl erschrocken und unsicher, wie sie damit umgehen soll. Schließlich beginnt sie, die Situation zu akzeptieren und ihr Verhalten zu ändern – weg von ihrem bisherigen Muster. Bisher hatte sie weder das Gefühl zugelassen noch darüber gesprochen.
Es geht um das gesehen werden und verstanden werden wollen. Insofern können wir für uns einstehen und in Interaktion mit anderen treten. Aber was hält uns davon ab? Warum glauben wir, andere Menschen zu verletzen, wenn wir uns öffnen und ihnen sagen, wie wir uns fühlen? Haben wir Angst, uns verletzlich zu zeigen? Haben wir Angst vor dem Konflikt mit dem Gegenüber oder vor der Reaktion? Sind wir vielleicht sozialisiert, nur auf die Bedürfnisse anderer einzugehen und nicht auf unsere eigenen?

 


Folge 3

Teamtacho

In dieser Folge geht es um Menschen, die neue Herausforderungen annehmen und wahrnehmen, dass sie sich in unterschiedlichen Eingewöhnungsphasen befinden. Diese nennt man das Teamtacho und beschreibt die Teamentwicklung in vier Phasen: Forming, Storming, Norming, Performing. Beim Start in einem neuen Job, Studiengang, Schule oder einer Sportgruppe beginnt man meist unsicher und unvertraut, lernt die anderen kennen und klärt Rollen. Nach dem ersten Orientierungsschritt (Forming) folgt Storming mit Konflikten, gefolgt von Norming, wo Kompromisse entstehen und ein Wir-Gefühl wächst. Schließlich führt Performing zu einer reibungslosen Zusammenarbeit, während Adjourning die zeitlich begrenzte Auflösung beschreibt.

Können wir erkennen, wo wir uns gerade befinden, oder ob sich meine Gruppe zu einem Team entwickelt oder nicht?

 


Folge 4

Übergang von der Storming zur Normingphase

In dieser Folge geht es um einen Übergang von der Storming- zur Norming-Phase. Teilnehmerin X zieht sich zurück, verdrängt Gefühle, wird krank. Oft gelingt ihr kein Übertritt in die Norming-Phase. Ein Schauspiel zeigte, wie Teilnehmerin X ihre Kollegen und Kolleginnen wahrnimmt. Zunächst sah sie den Umgang als Böswilligkeit, während andere ebenfalls unsicher waren. Erkenntnis: Mehr Perspektiven helfen, Konstruktionen zu erkennen und zu realisieren. Vorgehen für Teilnehmerin X: Statt Schuldzuweisungen ist es wichtig, die eigenen Gefühle/Bedürfnisse zu erkennen und anzusprechen. Durch ein weiteres Rollenspiel reflektierte sie, wie sie das Thema ansprechen könnte. Lösung: Teilnehmerin X entscheidet sich, offen zu kommunizieren, ihre Wahrnehmung mitzuteilen und um Klärung zu bitten.  Das führt zu einem positiven Gefühl und Hoffnung auf Zukunft. Teilnehmerin X – Endergebnis zeigt, dass durch Perspektivwechsel und ehrliches Ansprechen sie den Konflikt lösen und in Norming übergehen kann.
Erkenne und reflektiere ich die eigene Storming- und Norming-Phase und welche Möglichkeit des Übergangs ist bei mir machbar?

 


Folge 5

Glaubenssätze

In der Folge geht es um Glaubenssätze. Ein Coaching schildert den Prozess von TNx, die überzeugt war, dass Menschen böswillig sind, und wie diese Überzeugung durch intensive Reflexion aufgearbeitet wurde. Ausgangspunkt war der Eindruck, dass Floskeln nur Oberflächenphänomene seien oder aus tief verankerten Glaubenssätzen stammen. Nach einer Auszeit gewann TNx Einsicht: Ihre Erfahrungen mit Ausgrenzung, Untreue und Verletzungen führten zu Misstrauen, Vorsicht in Freundschaften und übertragenem Verdacht in neue Beziehungen. Durch gezielte Fragen wurde deutlich, wie frühkindliche Verletzungen und wiederholte Enttäuschungen Muster der Wahrnehmung prägten, Signale falsch interpretierten und das Selbstwertgefühl schädigten. Die Erkenntnis, dass negative Ereignisse die Wahrnehmung verzerren können, half ihr, Gefühle wie Schmerz und Traurigkeit zuzulassen, statt sie zu verdrängen. Am Ende wurde klar, dass das Bewusstsein über Glaubenssätze der erste Schritt ist, um sich selbst zu entlasten, auch wenn der Prozess verwirrend und schmerzhaft bleibt. 
Welche Glaubenssätze prägen deine Gedanken und Handlungen? 

 


Folge 6

Glaubenssätze Teil 2

Nach dem Coaching traf sie sich erneut. Sie war offener, nicht mehr gelähmt, doch traurig/verletzt. Sie arbeitet an einem konstruktiven Umgang, reflektiert ihre Reaktionen, hinterfragt Gedanken, andere Menschen und sich selbst. Sie erlebt Erleichterung, ist sich aber ihrer Glaubenssätze bewusst. In der zweiten Aussage nutzte sie Notizen und erinnerte sich vorbereitet an frühe Schulzeiten. Sie fühlt sich dadurch oft unzulänglich, ängstlich, verliert die Kontrolle in Stresssituationen, neigt zu Selbstbeschuldigungen und Schwarz-Weiß-Denken. Reflexion: Frühkindliche Erfahrungen können zu wiederholter Kritik, dem inneren Urteil „ich bin unfähig“, verstärkter Selbstabwertung und Perfektionsdruck führen. Negative Feedback-Schleifen und permanente Vergleiche verstärken das Muster. Erkenntnis der aktuellen Sitzung: Sie erkennt, wie sich Handlungen in Glaubenssätze verwandeln und wie sich Selbstwertgefühl negativ beeinflusst. Sie fühlt sich oft ungenügend, unter Druck, ignoriert, unfähig, belohnt sich selten. Empfehlung: Geht behutsam mit euch um wie mit einer besten Freundin/ besten Freund. Feiere kleine Erfolge, visualisiere Erfolge. Glaubenssätze können sich ändern, fallen aber immer wieder in alte Muster zurück – das ist ok. Es gibt keine schnelle Lösung; es braucht bewusste Achtsamkeit und wiederkehrende Mustererkennung.
Wie bewusst gehst du mit deinen Glaubenssätzen um? 

 


Folge 7

Allein an Weihnachten

Weihnachten wird weltweit unterschiedlich erlebt – als Fest der Liebe und Gemeinschaft, aber auch als Zeit der Einsamkeit. Viele fragen sich, wie man die Feiertage sinnvoll gestaltet, besonders wenn man allein ist oder wenn familiäre Kontakte fehlen.

Gründe, Weihnachten alleine zu verbringen, könnten sein: keine Familie, Distanz, unangenehme Konflikte, persönliche Wahl.

Mediale Erwartungen kontrastieren mit Realität; Druck, „die schönste Zeit“ zu erleben, kann Stress und Traurigkeit auslösen.

Deine Idee könnte sein, das eigene Drehbuch zu schreiben – bewusst Zeit für sich nehmen, Ruhe finden, Aktivitäten genießen, Ressourcen auftanken.

Praktische Tipps könnten sein, bewusstes Pausieren, Achtsamkeit, Selbstfürsorge, Lieblingsessen kochen, Spazierengehen, Hobbys pflegen. 

Wenn du dir Zeit nimmst und mit dir in Kontakt trittst, können negative Gefühle wie Traurigkeit, Scham und Einsamkeit auftauchen. Die Gefühle sind normal und okay. Dränge sie nicht weg; lass sie da sein, erkenne sie an und benenne sie. Sei liebevoll zu dir, nimm dich selbst in den Arm, und verstehe, dass diese Gefühle Teil deiner Persönlichkeit sind. Sprich ehrlich mit dir selbst darüber, wie du dich fühlst, ohne dich zu belügen. Versuche, die Gefühle zu benennen und zu sortieren, um Struktur zu bekommen. Gib ihnen Raum und geh hindurch, ohne darin zu baden. Wenn du merkst, dass du nicht hinauskommst oder panisch wirst, suche Unterstützung bei Psychologen oder wende dich an das Sorgentelefon.

Hier auch noch andere Möglichkeiten zur Aktivierung: Einrichtungen unterstützen, anderen helfen (Hospiz, Obdachlosenhilfe), um Neues über sich zu entdecken.

 

Ich wünsche dir, Ideen zu finden, wie du deine Weihnachtszeit gestalten könntest.


Folge 8

Toxische Positivität

Toxische Positivität ist eine Haltung, bei der negative Gefühle, Zweifel oder Schwierigkeiten ignoriert oder bestraft werden, während eine übermäßige Betonung von Optimismus herrscht. Sie kann schädlich sein, weil sie echte Probleme verkennt, Hilfe verweigert und authentische Emotionen verdrängt.

Woher kommt sie? Ist sie auferlegt, erlernt oder gibt es sie gar nicht? Die Antworten sind vielschichtig: Es kann Prägung durch soziale Erwartungen, Erziehung oder Arbeitskultur sein. Oft ist es keine böse Absicht, sondern eine unbewusste Reaktion, die Angst vor Ablehnung oder falscher Einordnung widerspiegelt. Floskeln, die sofort „Kopf hoch!“ oder „Bleib positiv!“ sagen, ohne zuzuhören. Negative Gefühle werden tabuisiert; Menschen fühlen sich falsch, wenn sie realistisch oder negativ denken. Schnelle Lösungen statt echtem Zuhören; Empathie geht verloren. Druck, Stärke oder Leistungsorientierung zu zeigen, führt zu Ausgrenzung oder Schuldgefühlen. Als Ausweg wird oft „ein dickes Fell“ empfohlen, statt Unterstützung zu suchen.

 

Auswirkungen: Tür zu für ehrliche Gespräche und emotionale Unterstützung wird geschlossen. Gefühle, Schmerz und Frustration werden kleingemacht oder geleugnet. Betroffene fühlen sich isoliert, missverstanden oder überfordert; Burnout, Depression oder Angst können sich verschlimmern. Abschluss: Es geht nicht um Lösungen, sondern darum, sich selbst und anderen die Erlaubnis zu geben, negative Gefühle zu legitimieren. Traurigkeit, Wut, Angst gehören dazu. Fördere authentische Gespräche statt forcierte Positivität; erkenne Gefühle und Bedürfnisse an statt ständig Ratschläge zu geben. Reduziere den Druck, immer „positiv“ wirken zu müssen, und erkunde die Vielfalt der Emotionen.

 

Wie sprichst du mit dir selbst und mit anderen? 

 

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Folge 9

Vier Pole des Riemann Kreuzes in Gefühlslagen und Tätigkeiten

Wechsel - Dauer - Nähe - Distanz

Die vier Pole spiegeln unterschiedliche Dynamiken menschlichen Arbeitens und Lernens wider. Sie helfen, Muster zu erkennen, Prioritäten zu setzen und Teams oder Einzelpersonen gezielt zu unterstützen. Insgesamt unterstützen sie beim Identifizieren von Stärken, der Wahl passender Arbeitsformen und dem bewussten Managen von Spannungen zwischen Offenheit und Struktur sowie Nähe und Distanz.
Wie sie sich unterscheiden:
Raumachse: Nähe vs. Distanz (enge Zusammenarbeit, Vertrauen, Detailarbeit) bzw. Abgrenzung, klare Strukturen, reduzierte Interaktion.
Zeitachse: Dauer vs. Wechsel (Kontinuität, langfristige Planung, Geduld) bzw. schnelle Veränderung, Offenheit für Neues, Anpassung.
Was die Pole bedeuten:
Nähe: beruflich Geselligkeit, Offenheit, gegenseitige Hilfestellung, vertrauensvolles Miteinander; privat Liebe, Verlässlichkeit, Verbundenheit.
Distanz: beruflich Autonomie, eigene Aufgabenbereiche, klare Strukturen; privat Respekt vor Individualität, Privatsphäre.
Dauer: Sicherheit, Planbarkeit, Verlässlichkeit, Struktur in Beruf und Privat; Veränderung wird als Unruhe empfunden.
Wechsel: Bedürfnis nach Veränderung, Neuem, Dynamik; privat wie beruflich Abwechslung und Abenteuerlust.
Hinweis zur Einordnung: Kein Mensch zeigt alle vier Pole gleich stark; Verhalten ist situativ und kontextabhängig. Das Riemann-Kreuz ist ein Modell, das Orientierung bietet, aber eine Vereinfachung der Realität bleibt.

 

Wie unterschiedlich reagierte du auf unterschiedliche Situationen? 

 

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Folge 10

Vier Pole des Riemann-Kreuzes in Krisen und in Ängsten

Vier Pole des Riemann- Kreuzes in Krisen und Ängsten klären, welche Bedürfnisse uns antreiben, wie Krisen entstehen, welche Ängste dahinterstecken und wie wir sinnvoll damit umgehen. So verstehen wir besser, warum bestimmte Krisen jetzt auftreten und wie wir ihnen begegnen können, zusätzlich lädt die Folge dazu ein, das eigene Heimatgebiet besser zu verstehen und bewusst an den vier Polen zu arbeiten.
 
Krisenphasen in den Polen:
Nähe-Krise: Sucht Kontakt, Gesprächsbedarf; im Job Rückhalt bei Kollegen, schnelle Lösungen. Wenn niemand da ist: Trost über Bett, Tee, Fotos.
Distanz-Krise: Bedarf Rückzug, erstmals Abstand nehmen, nicht angesprochen werden wollen.
Dauer-Krise: Ordnung herstellen, Prioritäten setzen, Lösungsoptionen planen, Schritt für Schritt handeln.
Wechsel-Krise: Abwechslung und Ablenkung tun gut, etwas Neues erleben, damit das Leben weitergeht.
 
Hinter den Krisen: Ängste zu den Bedürfnissen
Nähe: Angst vor Verlassenheit, Trennung, Alleinsein; Konflikte früh harmonisieren.
Distanz: Angst, in der Symbiose zu verschwinden, sich selbst zu verlieren, abhängig zu sein.
Dauer: Angst vor Chaos, Unflexibilität, Versagen in der Anpassung, Zurückweisung durch Neues.
Wechsel: Angst vor Monotonie, Langeweile, innerer Leere, das Leben nicht mehr zu spüren.
 
Kenntnisse über Krisen und Ängste helfen, andere Perspektiven zu verstehen statt zu urteilen.
Erhöht Empathie, erleichtert Konfliktlösung, stärkt respektvolle Beziehungen.
Selbsterkenntnis zu den vier Bedürfnissen ermöglicht eine bessere Einordnung der eigenen Muster.
 
 Welche Krisenmuster treten bei dir am häufigsten auf, und welche Ängste stehen dahinter?
Wie könntest du in einer Krise dein persönliches „Heimatgebiet“ wieder stabilisieren?
Welche Schritte helfen dir, die vier Bedürfnisse balanciert zu leben?

 

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